Dienstag, 15. April 2014

Wie radikal kann eine Freundschaft sein?

Liebe Freunde,
diese Woche habe ich mich gedanklich mit Freundschaften beschäftigt. Was macht eine Freundschaft aus, Wann kann man von einer Freundschaft sprechen? Eine Freundschaft ist in der Regel ein geben und nehmen. Was aber wenn man einen Freund hat der nur nehmen, aber nicht geben kann? Ist das dann ein wahrer Freund? Kann ein Freund anders sein als man selbst ist oder muss man auf derselben „Wellenlänge“ sein?
Was wenn man mit Obdachlosen, Drogenabhängigen, Drogendealern, Alkoholikern, Prostituierten, Transsexuellen, physisch und psychisch kranken Menschen befreundet ist? Menschen die meistens nur Danke sagen können, wenn überhaupt? Ich habe diese Freundschaften. So oft verlasse ich die Base um einkaufen zu gehen oder einfach nur mal meine Ruhe zu haben. Aber kaum betrete ich die Straße treffe ich auf Menschen die meine Hilfe benötigen. Heute erst wieder wollte ich in Ruhe einen Kaffee trinken gehen, aber kaum auf der Straße kam Joe (Name geändert) auf mich zu, völlig betrunken um 9:30Uhr morgens und fragt ob ich das Vater unser mit ihm beten kann. Sage ich da nein? Sage ich, „Sorry, ich geh jetzt einen Kaffee trinken?“ Ja das würde ich gerne sagen, aber natürlich bete ich das Vater Unser mit ihm, natürlich höre ich ihm zu und natürlich ertrage ich den starken Geruch von schlechtem Fusel.
Ein paar Stunden später, ich öffne kurz die Tür um nach einer Jugendgruppe zu schauen. Und Jack (Name geändert) kommt völlig betrunken und Hilfe suchend auf mich zu. Er hat schmerzen, es geht ihm nicht gut und psychisch ist er fertig und sagt, dass er sich am liebsten umbringen möchte. Das ist hart und natürlich spreche ich ihm gut zu, ermutige ihn, bete Wahrheit aus und Kraft und Heilung.
Das sind Freundschaften von denen ich nicht profitiere, aber die mich einiges lehren. Ich lerne, dass es nicht nur um mich geht. Das Freundschaft eben auch bedeuten kann, dass ich viel gebe, aber nicht viel zurück erwarten kann. Und manche Freundschaften in unserem Leben sind genauso. Garantiert hast du eine Person im Kopf die genauso ist. Wo du immer nur gibst, aber kaum was zurückbekommt. Oder Du bist immer die Erste Hilfe, aber wenn du Hilfe brauchst kommt nichts zurück. Oder bist du jemand der nur empfängt, aber nichts zurück gibt? Was kannst/musst du ändern damit das anders ist?
Ich möchte dich ermutigen über Freundschaften nachzudenken. Jesus hat unglaublich viel gegeben, aber nicht viel zurückbekommen. Aber er hat nie aufgehört zu geben, egal wie sehr ihn manchmal die Jünger auf die Nerven gegangen sind ;)

In dieser Kar oder Passionswoche können und dürfen wir uns besonders daran erinnern, was für ein Freund Jesus für uns war und ist. Und das Er den ultimativen Freundschafts- und Treue Beweis am Kreuz geliefert hat. Bedingungslose Liebe, Annahme, Vergebung, Gnade, Wiederherstellung, Neuanfang. Das Kreuz ist aber auch Kraftquelle, Leben, Erneuerung. Jeden Tag. Und diese Kraftquelle brauche ich jeden Tag. Denn sonst könnte ich diese Arbeit nicht tun, die ich hier tue.
Freundschaften. Ich habe nicht besonders tiefe Freundschaften hier und es fehlt mir definitiv eine Männerfreundschaft. Freundschaften brauche ihre Zeit und dafür könnt ihr gerne beten, dass mindestens eine gute und tiefe Freundschaft hier entsteht. Ich wünsche mir auch, dass der Kontakt zu meinen Freunden, zu euch, weiterhin erhalten bleibt. Deswegen freue ich mich über jeden der mir ab und zu schreibt und an mich denkt. Das bedeutet mir viel.

Zum Schluss möchte ich Lukas 23,32-43 mit euch teilen.
32 Zusammen mit Jesus wurden auch zwei andere Männer zur Hinrichtung geführt, zwei Verbrecher. 33 Als sie an die Stelle kamen, die ›Schädel‹ genannt wird, kreuzigten die Soldaten ihn und die beiden Verbrecher, den einen rechts und den anderen links von ihm. 34 Jesus aber sagte: »Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. «16 Die Soldaten warfen das Los um seine Kleider und verteilten sie unter sich.17 35 Das Volk stand dabei und sah zu. Und die führenden Männer sagten verächtlich: »Anderen hat er geholfen; soll er sich doch jetzt selbst helfen18, wenn er der von Gott gesandte Messias ist, der Auserwählte19! « 36 Auch die Soldaten trieben ihren Spott mit ihm; sie traten zu ihm hin, boten ihm Weinessig an 37 und sagten: »Wenn du der König der Juden bist, dann hilf dir selbst! « 38 Über seinem Kopf war eine Aufschrift angebracht; sie lautete20: »Dies ist der König der Juden. « 39 Einer der beiden Verbrecher, die ´mit ihm` am Kreuz hingen, höhnte: »Du bist doch der Messias21, oder nicht? Dann hilf dir selbst, und hilf auch uns! « 40 Aber der andere wies ihn zurecht. »Fürchtest du Gott auch jetzt noch nicht22, wo du doch ebenso schlimm bestraft worden bist wie dieser Mann und wie ich? «, sagte er zu ihm. 41 »Dabei werden wir zu Recht bestraft; wir bekommen den Lohn für das, was wir getan haben. Er aber hat nichts Unrechtes getan. « 42 Dann sagte er: »Jesus, denk an mich, wenn du deine Herrschaft als König antrittst23! « 43 Jesus antwortete ihm: »Ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein. «

Als ich über soziale Gerechtigkeit, Gemeinschaft, Nächstenliebe, Freundschaft und vieles mehr nachgedacht habe ist mir diese Bibelstelle in den Kopf gekommen. Oft überlesen wir das Gespräch oder kennen es nicht mal. Hier zeigt Jesus seine Güte, Gnade und Vergebung in vollem Ausmaß. Für mich sind das auch Parallelen zu Freundschaften und darüber wie wir mit Menschen umgehen. Sind wir Verständnisvoll, geduldig und lieben wir oder sind wir eher egoistisch, sarkastisch und richten und urteilen? Wie leben wir unsere Freundschaften? Wieviel Wert legen wir auf diese?
Und Freundschaft leben bedeutet auch Vergebung aussprechen und empfangen zu können. Jesus spricht Vergebung aus noch während Er am Kreuz hängt und stirbt und streckt seine Hand dem Menschen aus der diese Hand nicht verdient. Wir alle haben diese Hand nicht verdient und dennoch ergreifen wir sie jeden einzelnen Tag.

Wem müsst, dürft oder solltet ihr eure Hand ausstrecken diese Woche? Lasst euch Herausfordern mit einer Person Zeit zu verbringen, zu beten oder ein Gespräch zu führen mit der ihr normalerweise all das nicht tun würdet! Es ist egal ob das eine Person auf der Straße oder in der Gemeinde, Schule, Uni oder sonst wo ist!

Ich wünsche euch frohe Ostern. Seid reichlich gesegnet!



Mittwoch, 26. März 2014

Wertschätzung ist der Motor im Boot des Lebens

Wertschätzung..Sehnen wir uns nicht alle nach Wertschätzung, Liebe, eine kleine Geste die uns den Tag versüßt. Sehnen wir uns nicht alle danach zu wissen, dass das was wir tun einen Sinn hat, Menschen uns sagen, dass wir gute Arbeit leisten, wertvolle, gesegnete und geliebte Menschen sind? 

Wir alle sind geliebt von Gott. Unsere Sicherheit, Liebe, Wertschätzung, Geborgenheit sollte immer zuerst von Gott kommen. Aber wir sind alle berufen dazu ab und zu uns gegenseitig daran zu erinnern, Wer wir sind und was wir gut können. Was wir toll am anderen finden, wo wir voneinander lernen können. Sagen wir uns nicht viel zu selten tolle Dinge und viel zu oft Dinge die uns missfallen? 

Meine Vision, mein Herz, meine persönliche Aufgabe liegt zurzeit hier in San Francisco darin Menschen zu lieben. Gebrochene Herzen zu Jesus zu bringen, wo sie Heilung finden können. Menschen Respekt und Wertschätzung zu zeigen die sonst nur mit Füßen getreten werden. Die entweder völlig ignoriert oder nur mit Respektlosigkeit behandelt werden. Menschen die angespuckt, ausgelacht und weg geworfen werden wie Müll. Abschaum der Gesellschaft der existiert, aber nicht entsorgt werden kann.

Das klingt drastisch für dich? Ja das ist auch drastisch und sollte uns alle schockieren. Denn ist es nicht das was wir, mich eingeschlossen, täglich tun? Wahrscheinlich treten wir niemandem mit Füßen und spucken auch niemandem an, aber wir ignorieren, richten, reden schlecht über solche Menschen und untereinander.

Auch wir, YWAM San Francisco, sind nicht perfekt und reden leider viel zu oft über statt miteinander. Das ist mir in den letzten Wochen bewusst geworden und ich habe für mich beschlossen, dass ich versuchen möchte das nicht mehr zutun. Ich möchte wenn ich über andere Menschen spreche Wahrheit aussprechen, Ermutigung und tolle Dinge. Wir sollten Leben aussprechen statt Tod. 

Letzte Woche habe ich mit einer Gruppe von High School Schülern aus Iowa gearbeitet. Dies war unser erstes Mission Adventure Team für eine ganze Woche. 15 Personen die ihre Woche Spring Break hingegeben haben um Menschen hier in San Francisco zu dienen, Wertschätzung und Liebe zu zeigen und dabei an ihre eigenen Grenzen zu stoßen. Eines der Highlights der Woche war, dass die Gruppe eine Nacht und einen halben Tag versucht hat zu verstehen, was es bedeutet Obdachlos zu sein. Sie haben die Nacht auf dem Badezimmer Boden geschlafen, ohne Kissen, ohne Schlafsack, nur mit den Sachen die sie am Körper trugen. Waschen, Duschen, Zähne putzen, alles was mit Hygiene zu tun hatte war verboten. Morgens um 6 haben wir sie mit einem Zettel wo sie essen gehen können, auf die Toilette oder Kleidung finden, auf die Straße geschickt. Als die Gruppe am Nachmittag wieder kam waren sie müde, fertig, aber glücklich und unglaublich dankbar. Geschichten in Tränen getränkt, weil sie Menschen begegnet sind und nicht Obdachlosen. Jeder Obdachlose hat eine Geschichte genau wie wir. Jeder Obdachlose ist nicht ohne Grund auf der Straße. Die Herzen dieser Jugendlichen wurde gebrochen und mit Gottes Liebe, Verständnis und Wertschätzung neu gefüllt. Ein Kommentar den ich immer wieder von Gruppen höre und der mich immer wieder begeistert ist folgender: "Diese Menschen haben mehr Liebe und kümmern sich mehr umeinander als ich es jemals bei anderen Menschen gesehen habe" oder "Wir wollten den Menschen Liebe zeigen und für sie beten. Stattdessen haben sie uns Liebe gezeigt und für uns gebetet" 

Ist das nicht Kraftvoll? Menschen auf der Straße die ihren Glauben behalten haben obwohl sie allen Grund hätten sich von Gott los zu sagen. Wir bekommen Gebet von Menschen, von denen wir dachten sie brauchen Gebet. Wie naiv wir doch manchmal sind! Brauchen wir doch alle Gebet und Anerkennung und Liebe!

Auch ich brauche das. Wenn man mit den Teams zusammenarbeitet kann man gute Beziehungen aufbauen, Ermutigen, Herausfordern. Oft weiß ich aber gar nicht was bei den Jugendlichen ankommt, was sie lernen. Was sie vielleicht mit Nachhause nehmen. Oft kann ich nicht sagen ob ich gute Arbeit leiste oder nicht. Und was gute Arbeit ausmacht.

Am Ende der Woche wurde ich dann mit Liebe und Anerkennung überschüttet. 

Ich möchte euch ein paar Eindrücke der Jugendlichen und Leiter weitergeben, was sie über mich geschrieben und ausgesprochen haben. Nicht um zu zeigen wie toll ich bin, sondern um zu zeigen wie toll es ist Wertschätzung zu spüren.

"Danke dass du ein unglaublicher Leiter bist. Du hast alles getan und bist an deine Grenzen gegangen für uns. Es war toll dich kennengelernt zu haben. Danke das du deine Geschichte geteilt hast und Danke das du dir meine angehört hast"

"Du bist ein toller Leiter, voller Spaß und Ernsthaftigkeit. Du hast diese Woche besonders für uns gemacht. Ich sehe Jesus in dir arbeiten um andere zu Motivieren und zu Puschen"

"Danke, Heiko das du deine Weisheit mit uns geteilt hast diese Woche. Du bist ein Mann nach Gottes Herzen und hast Wissen in dir, dass jeder ein Stück von uns haben sollte. Wir alle brauchen ein bisschen, Heiko"

"Es ist Unglaublich dich in deiner Berufung zu sehen. Ich habe durch dich soviel über Jesus, Mission und die Freude von Christus gelernt. Hör niemals auf zu lachen, es ist Ansteckend"

"Heiko du bist ein großartiger Tänzer und Gott hat dir eine unglaubliche Gabe gegeben, dass Menschen sich in deiner Gegenwart wohlfühlen"

Ich könnte noch mehr teilen, aber ich denke ich habe meinen Punkt klar gemacht. Das war ein unglaublicher Motivationsschub, eine Wertschätzung von dem Team die ich niemals erwartet hätte. Wir haben uns Super verstanden, aber ich hätte nie gedacht, dass ich so einen Einfluss auf diese Gruppe hatte. Ich bin Gott dankbar dafür, dass Er mir auch so eine große Wertschätzung zeigt.

Sei herausgefordert da durch. Wem kannst du, musst du, darfst du diese Woche Wertschätzen, liebevoll Herausfordern. Wo musst du deine eigenen Gedanken, dein eigenes Herz hinterfragen? 

Ich bete und denke an dich!

Hab einen tollen Tag!


Samstag, 8. März 2014

Nur ein gebrochenes Herz kann gutes tun


In meinem vorigen Eintrag habe ich kurz die Frage gestellt Wer oder Was ein Missionar ist. Gestern (Freitag) konnte ich mir selbst erneut eine Antwort geben.
Ich war gemeinsam mit einer anderen YWAM Mitarbeitern und drei DTS Studentinnen auf der Straße um Socken und Mützen an Obdachlose und Bedürftige zu verteilen. Während wir unterwegs waren und etwas auf einem Platz herumliefen fiel mir und Lilia eine Mutter mit ihrer kleinen Tochter auf. Wir fragten die Mutter ob sie Socken bräuchte und sofort waren wir im Gespräch. Sie zog ihrer Tochter die Socken an und wir kamen ins Gespräch Wir setzten uns zu ihrem Mann und die beiden begannen uns offen und ehrlich ihre Geschichte zu erzählen. Die beiden sind ehemalige Drogenabhängige die vor kurzem erst aus der Klinik entlassen wurden. Beiden waren Heroin Abhängig für lange Jahre, aber keiner wusste davon. Michael (der Mann) hatte sein eigenes Geschäft und es lief alles gut. Bis ihr Drogenproblem aus dem Ruder geriet.
Sie erzählten ihren Freunden und Familie von ihrem Problem und das sie in ein Therapiezentrum gehen würden. Fast alle inklusive der eigenen Familie wendeten sich ab von ihnen und ließen sie mit ihrem Problem ein. Die kleine war gerade erst ein paar Monate alt zu dem Zeitpunkt. Sie haben aber eine Klinik gefunden die auch die Tochter aufnahm und sie sind erfolgreich clean geworden und sind jetzt seit fast einem Jahr clean. Jennifer (die Mama) hat auch die ganze Zeit unterstrichen, dass sie während der Schwangerschaft und des Stillens clean war und die kleine nie etwas von den Drogen „abbekommen“ hat. Das war ihr sehr wichtig, dass wir das wissen. Die drei sind also neu in San Francisco und versuchen sich noch zu orientieren. Sie haben alles verloren, keine Unterkunft, kein Geld, keine Freunde. Tagsüber versuchen sie genug Geld zusammen zu bekommen um Abends ein günstiges Hotelzimmer zu bekommen wo die kleine schlafen kann.
Sie waren sehr beschämt darüber und haben auch zugegeben, dass die Leute williger sind Geld zu geben, weil sie eine Tochter haben. Die kleine hat die ganze Zeit gespielt, gestrahlt uns zugeguckt und war dabei.
Als ich die kleine Lachen sah und die Geschichte hörte zerbrach mein Herz. Wie kann eine ehrliche Familie so tief fallen? Warum würden Menschen eine Familie mit einer kleinen Tochter, die gerade zwei geworden ist alleine lassen? Ich sah einen Dollar Store auf der gegenüberliegenden Seite und verließ die Gruppe für einen Augenblick. Ich kaufte ein paar Wachsmaler, ein Malbuch und einfach ein paar andere Dinge für die kleine zum spielen.
Ich wusste es ist nicht viel, aber ich hatte das Gefühl etwas tun zu müssen. Die Familie war sehr dankbar und glücklich und die kleine wollte das Malbuch gar nicht mehr los lassen.
Wir hatten noch das Privileg für die drei zu beten bevor sie sich auf den Weg machten um Geld für den Abend zu sammeln und einen Schlafplatz zu finden. Wir gaben ihnen die Adresse von der Base und hoffen, dass sie bald zu uns kommen.

Wie bereits kurz angeschnitten zerbrach mein Herz an diesem Nachmittag. Diese soziale Ungerechtigkeit, das kalte und auch diese Ohnmacht. Ich konnte nicht viel tun, aber was ich tun konnte war eine Kleinigkeit kaufen, dieser Familie zuhören und wenigstens kurz ein Segen sein. Das war mein Auftrag für diesen Tag. Mein Herz ist zerbrochen, aber ich durfte beitragen ein kleines Stück der Herzen dieser Menschen zu reparieren. Es geht darum sensibel zu sein, zu versuchen etwas zu ändern. Denn wir können nicht immer alles ändern oder bessern, aber wir können anfangen! Diese Familie hat jetzt einen Platz in meinem Herzen und ich hoffe sie wiederzusehen. Solange werde ich für sie beten.
Ich bitte euch auch für Michael, Jennifer und Kaylie zu beten. Das die beiden ihre Hoffnung nicht aufgeben. Einen Job und eine Unterkunft bekommen. Das sie clean bleiben und Kaylie ein Zuhause bekommen kann. Das ist mir sehr wichtig.


Danke dass ihr mir ermöglicht hier zu sein und diese wundervolle Arbeit zutun!

Wer oder was ist ein Missionar?

Wer oder Was ist ein Missionar?

Hallo ihr lieben,
Wer oder Was ist ein Missionar? Eine Frage die mir seit einiger Zeit öfter mal durch den Kopf geht. Was zeichnet einen Missionar aus? Was ist meine Mission? Muss ich als Missionar in ein dritte Welt Land gehen, auf einen anderen Kontinent arbeiten? Muss ich arm sein und Klamotten tragen die diesen Lebensstil ausstrahlen? Kann ich ein Missionar in meiner Nachbarschaft, Schule, Uni sein?
Das sind nur einige Fragen die mir immer mal wieder durch den Kopf schießen. Was sind meine Antworten?
Ich tue missionarische Arbeit hier bei YWAM, aber würde nicht sagen ich bin ein Missionar. Ich versuche nur das zutun, was der Herr mir aufs Herz gelegt hat. Und das ist zurzeit meine Mission. Menschen helfen die weniger Privilegiert sind als ich. Gemeinde und Jugendgruppen anleiten und auf ihre Einsätze begleiten. Ich finde es einfach schwer zu sagen, ich bin Missionar nur weil ich jetzt spezifisch im christlichen Dienst bin. Denn wir alle sind Missionare. Jeder von uns der an Jesus glaubt hat den Auftrag bekommen in alle Welt zu gehen und die Welt zu Jüngern zu machen.
Das sieht für jeden anders aus und jeder muss, zusammen mit Gott, seinen eigenen Weg finden. Aber es ist interessant und wichtig ab und zu sich selbst, sein eigenes Leben, handeln und tun zu reflektieren und diese Fragen zu stellen.

Wo kannst du in der nächsten Woche missionarisch tätig sein? Wo kannst du jemandem etwas Gutes tun? Was ist deine aktuelle Mission und wie könnte deine zukünftige aussehen?

Ich würde mich freuen deine Ideen zu hören!


Sei gesegnet!

Mittwoch, 26. Februar 2014

Reicher Segen der vom Himmel fällt!


Hallo ihr lieben!
Heute möchte ich ein kurzes Zeugnis von Gottes Versorgung teilen.
Am Sonntagabend saß ich mit ein paar DTS-Studenten zusammen und wir haben eine spontane Lobpreis Zeit gehabt. Es begann als eine Art "Spaß Aktion" und wurde mit der Zeit wirklich tief und wir tauchten in Gottes Gegenwart ein. In der Zeit legte mir Gott aufs Herz, für Michaela eine unserer DTS-Studentinnen zu beten. Sie saß mit uns gemeinsam und betete Gott an. Ich wusste, dass sie noch $5000 für die DTS brauchte und an dem Tag einen online Account eingerichtet hatte um Geld zu sammeln. Wir begannen für Sie zu beten, Wahrheit über ihr Leben auszusprechen und Gottes Versorgung in ihr Leben zu sprechen. Es war wirklich gut und sehr, sehr ermutigend.

Am gleichen Abend kamen noch $1000 auf ihrem Konto zusammen. Gestern beim Mittagessen sah ich sie dann mit Tränen in den Augen und sprach sie an. Sie erzählte mir, dass sie gerade einen anonymen Scheck über $4000 bekommen hatte! Boah ich bekomme gerade richtig Gänsehaut, weil das so genial ist! Ihre gesamte DTS ist bezahlt und sie muss sich keine Gedanken mehr über das Finanzielle machen. Wie groß ist unser Gott, dass Er in nicht mal 48 Std $5000 zusammenbringt! Ich bin so krass begeistert.

Michaela teilte auch noch mit mir, dass ihr richtig Heiß geworden ist, als wir für sie gebetet haben. Das war etwas, wovon sie immer nur hörte, aber es nie selbst erfahren hat. Sie wusste in dem Moment, dass Jesus etwas Wunderbares tun würde. Und Er tat es!

Dies ist eine wunderbare Ermutigung für mich selbst als auch für uns hier auf der Base. Ich lerne immer mehr konkreter auf Gottes Stimme zu hören und einfach zu handeln, statt zu warten. Cool wie Er mich benutzt um seine Pläne voranzubringen. Es motiviert mich, aber auch an meine eigene Versorgung zu glauben. Ich bin wunderbar versorgt, auch wenn mir monatliche Spenden fehlen oder ich hier und da kurzfristige Einmalspenden benötigen würde. Aber die Versorgung für Michaela hat mir gezeigt, dass ich mich nicht sorgen muss. Jesus versorgt und will versorgen.

Er will auch für Dich sorgen! Es macht keinen Unterschied, ob du irgendwo bewusst in eine Missions Gesellschaft gehst wie ich. Oder du in deinem Alltag finanzielle oder sonstige Versorgung brauchst. Gott kümmert sich um jeden gleich, Er macht keine Unterschiede!

Hab einen wunderbaren Abend und fühle dich ermutigt!  Wenn ich für dich beten kann, dann schicke mir doch ein paar Gebetsanliegen!

Seid reich gesegnet!


Samstag, 22. Februar 2014

Es gibt immer einen Grund dankbar zu sein!


Hallo!

Zuerst möchte ich euch allen danken. Danke für eure Gebete, für euer nachfragen, eure Nachrichten auf Facebook, whatsapp, eure E-Mails, das skypen. Ihr seid wunderbar und es ist gut zu wissen, dass der ein oder andere doch noch an mich denkt :-)

Ich bin jetzt zwei Monate in San Francisco. Das klingt total wenig, aber ich hab das Gefühl ich bin schon ewig hier. Kenne manche Menschen schon seit Langem, die Gegend, die Base. Ich denke, das ist ein gutes Zeichen und lasse es deswegen einfach so stehen. 

Ich wurde in der letzten Woche sehr gesegnet, mit einer neuen Matratze. Das klingt so banal, aber für mich war es wirklich ein RIESEN-Segen. Ich hatte große Probleme zu schlafen, hatte ständig Rücken und Nackenschmerzen und deswegen auch Kopfschmerzen. Kam nie zur Ruhe und das hat sich auf meine gesamte Psyche ausgewirkt. Letzte Woche konnte ich dann nicht mehr und hab beschlossen, eine neue Matratze von meinem Geld zu kaufen. Ich ließ das die Leiter wissen und mir wurde sofort gesagt, dass ich auf jeden Fall Geld wieder bekommen würde. Ich kaufte also die Matratze für $229 und bekam am nächsten Tag einen Scheck über $150 wieder. Was für ein Geschenk! Diese Summe hat natürlich ein Loch in meine Kasse gerissen und umso dankbarer bin ich, dass die Base soviel Geld dazugegeben hat. Ich schlafe sehr gut, mein Körper fühlt sich besser und damit auch meine ganze Psyche. Schon interessant, wie sehr alles zusammenhängt und wie viel ein guter Schlaf verändern kann.

Letztes Wochenende habe ich mein erstes großes Team geleitet. Eine Jugendgruppe aus Oregon mit insgesamt 72 Teilnehmern. Ich habe jede Sekunde geliebt. Oh es war stressig, es war lang, es gab viel zutun und es war Action, Action, Action, aber es war so gut! Die Jugendlichen waren genial und haben immer 100 % gegeben. Viele von Ihnen haben das erste Mal Armut so nah erlebt und waren sehr bestürzt und geschockt. Auch der aktive Alkohol und Drogenkonsum auf offener Straße war neu für sie. So hatten wir auch viele, lange Auswertungszeiten wo wir uns Zeit genommen haben über unsere Gefühle zu reden und zu beten. Hier sind viele Tränen geflossen, aber es hat auch viel Heilung bei den Teens stattgefunden. 

Zwei Beispiele:
Eine Jugendliche hat bekannt, dass sie eine Zeitlang selbst obdachlos war und auf der Straße gelebt habt. Nie war sie in einer so prekären Situation wie die Obdachlosen hier in San Francisco, aber es hat sie an ihre eigene Zeit auf der Straße erinnert. Und wie dankbar sie ist, dass Gott sie von der Straße geholt hat.

Ein anderes Mädchen hat bekannt, dass ihr Vater Alkoholiker ist und er gerade wieder mit dem Trinken angefangen hat. Am Ende vom Wochenende hatte sie das Gefühl, das es ihre Aufgabe ist, ihrem Vater zu sagen, dass er jetzt damit aufhören muss, bevor es zu spät ist.

Verantwortung übernehmen, nicht nur zusehen, sondern helfen. Seine Hand reichen so das andere diese Hand ergreifen können, dankbar sein für alles was wir haben, Jesus preisen in jeder Situation, in seiner Gegenwart weinen und Heilung erfahren dürfen. Nur ein paar Dinge, die ich, die Jugendlichen und anderen Leiter lernen durften.

An unserem letzten Abend hatten wir einen Gebetsabend mit verschiedenen Stationen. Ich hatte stark das Gefühl eine Geschichte aus meinem Leben und einen Bibelvers teilen zu sollen. Jesus hat das wirklich krass genutzt und viele Jugendliche sind in Tränen ausgebrochen und der Heilige Geist hat angefangen zu wirken. Zu heilen, Wiederherstellung und Identität in die Leben zu sprechen.

3 Jugendliche aus der Gruppe haben an dem Wochenende zum ersten Mal Jesus ihr Leben gegeben. Was für ein wunderbares Geschenk!


Ja mir geht es wirklich gut gerade. Die letzten Wochen waren ein Auf und Ab und jetzt gerade bin ich oben und es geht mir gut. Ich lerne viel über mich und meine Beziehung zu Gott und lerne mehr in meiner Bestimmung zu laufen. Ich liebe es mit Jugendlichen zu arbeiten und das zeigt sich immer mehr. Ich bekomme sehr viel positives Feedback hier auf der Base und habe wirklich wunderbare Menschen kennengelernt.

Gestern meinten zwei Mitarbeiter zu mir: "Heiko, wir sind wirklich froh, dass du hier bist. Du bereicherst alle hier so unglaublich" wow was für ein Kompliment und was für eine Wertschätzung!

Soviel zu meinem neuesten Blog. Ich freue mich, von euch zu  hören!


Montag, 10. Februar 2014

Wenn Freude und Trauer seid an seid gehen..


Wie fängt man solch einen Blog Post am besten an? 
Ich arbeite jetzt seit knapp 1 1/2 Monaten hier bei YWAM in San Francisco. Ich lebe mich langsam ein, finde Freunde innerhalb von YWAM. Lerne langsam die Gemeinde kennen, die ich vielleicht „meine“ Gemeinde nennen möchte (www.realitysf.com) und versuche mich in den Base und Arbeitsalltag einzufinden.
Am Wochenende hatten wir unser erstes Team von einer Gemeinde. 7 Jugendliche und zwei Erwachsene. Das war sehr gut. Es hat das ganze Wochenende geregnet und trotzdem waren wir draußen, kein Jugendlicher hat sich auch nur einmal beschwert! Wir haben mit den Obdachlosen ein Mittagessen geteilt, haben für und gegen Massage Salons, die in Wirklichkeit Bordelle sind, gebetet und eine Schnitzeljagd gehabt. Ich hab am Samstag 14Std oder so gearbeitet und war danach tot, aber ich hab es nicht bereut. Diese Jugendlichen sind aus sich raus gekommen, waren mutig, haben gebetet wie wahre Krieger und keine Angst gezeigt. Das war sehr ermutigend zu sehen!

Das ist die Freude, die tolle Seite. Doch es gibt auch die andere Seite, wenn man weit weg von Familie, Freunde, Bekanntes ist. Es gibt Zeiten der Resignieren, der Überforderung, Zeiten, wo ich denke, ich schaffe das alles nicht. Zeiten, wo ich unglaubliches Heimweh habe und viel weine. Wo ich am liebsten hinschmeißen und nachhause fliegen würde. Doch ist es das wert? Kann man nach knapp zwei Monaten im Ausland schon sagen, dass es nicht besser werden wird? Bestimmt nicht! Und trotzdem ist es ein täglicher Kampf. Ich bin auch schon oft krank gewesen und garantiert spielt jedes dieser Gefühle da eine Rolle. 

In der letzten Woche hat mich dieser Vers in Philipper 4, 6-7 ermutigt. 
 Macht euch5 um nichts Sorgen! Wendet euch vielmehr in jeder Lage mit Bitten und Flehen und voll Dankbarkeit an Gott und bringt eure Anliegen vor ihn.
Dann wird der Frieden Gottes, der alles Verstehen übersteigt6, über euren Gedanken wachen und euch in eurem Innersten bewahren – euch, die ihr mit Jesus Christus verbunden seid7.

Manchmal kommt der Frieden sofort, manchmal dauert es eben ein bisschen. Die Gewissheit das Gott da ist  ist jedoch immer da. Aufgeben und das Handtuch werfen ist deshalb keine Option. Ich gebe dem Teufel nicht, was er will. Und es ist gut zu wissen, dass man sich immer mit anderen Menschen beten, weinen, sprechen, austauschen kann. Das man weiß nicht nur ich fühle so, sondern auch Menschen um mich herum.

Ich musste mich an den Satz erinnern, den ich mir fast zu meinem Leitmotiv gemacht habe. Dass ich mich frage, wo die andere Hälfte meines Herzens ist. Ja das ich immer dachte, eine hälfte in Deutschland und eine hier in San Francisco. Das war bestimmt auch so, sonst wäre ich nicht so lange dran geblieben. Aber wisst ihr was? Mein Herz war lange 100 % in Berlin und das ist gut so gewesen! Und dann war es eine Weile 50/50 in Berlin und SF. Jetzt ist es zurzeit zu 75 % hier in SF und 25 % sind in Berlin. Betest du mit mir, dass für die nächsten zwei Jahre mein Herz zu 100 % hier in SF ankommt?

Das wäre wirklich wunderbar! Ich lerne sehr viel über mich selbst, über die amerikanische Kultur, über andere Kulturen. Was es bedeutet jeden Tag Kompromisse einzugehen. Und es ist nicht leicht, aber eine wichtige Lehre! 

Ich hoffe ihr könnt von diesem Blog Eintrag was mitnehmen und ich wünsche euch den tiefen Frieden, den nur Jesus schenken kann!

Euer
Heiko